Logopädie

Die Logopädie beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit Prävention, Beratung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation auf den Gebieten der Stimme, des Sprechens, der Sprache, sowie des Schluckens.

Auffälligkeiten auf diesen Gebieten können aufgrund von Entwicklungsverzögerungen oder -störungen im Kindesalter auftreten. Typisch sind Fehler beim Gebrauch des /sch/ oder ein gelispeltes /s/. Fehler in der Grammatik, so zum Beispiel falsche Endungen an den Zeitwörtern oder eine falsche Mehrzahlbildung, gehören ebenso dazu und sollten so früh wie möglich behandelt werden, um für den Schuleintritt gerüstet zu sein. Auch kindliche Stimmstörungen müssen früh behandelt werden, da ansonsten die Stimmlippen überlastet werden, und es zu sogenannten Schreiknötchen kommen kann.

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Nach Schlaganfällen oder Unfällen kann das Sprachzentrum im Gehirn mehr oder weniger stark betroffen sein. Patienten können sich dann nur mehr schwer bis gar nicht mehr mitteilen. Auch das Sprachverständnis kann in Mitleidenschaft gezogen worden sein, und muss mit intensiver logopädischer Therapie wieder aufgebaut werden, ansonsten drohen zusätzliche Verständnisprobleme im familiären Umfeld. Auch die Gesichtsnerven können nach einem Schlaganfall gelähmt sein. Dies schränkt die Beweglichkeit typischerweise einer Gesichtshälfte ein und kann zu Problemen der Speichelkontrolle führen. Auch hier kann eine logopädische Therapie erfolgreich eingesetzt werden.

Stimmstörungen können einerseits bei Sprechberufen (Lehrer, Erzieher, Manager) auftreten, andererseits aber auch nach Operationen im Halsbereich auftreten. Die Stimme klingt dann gepresst, heiser, behaucht, oder ist im Allgemeinen wenig tragfähig. Kratzen im Hals, oder das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, können nach längerem Sprechen die Folge sein. In der logopädischen Therapie werden atemrhythmische Übungen, Entspannungsübungen, ein ökonomischer Stimmgebrauch und Stimmhygiene eingeübt, um für den Alltag gerüstet zu sein.
Auch das Schlucken ist ein wichtiges Aufgabengebiet in der Logopädie. Nach Schlaganfällen oder auch im Alter gelingt die Koordination der Schluckmuskulatur nicht mehr so einwandfrei wie früher. Häufiges Verschlucken oder Husten, bis hin zu Lungenentzündungen können die Folge sein. Mit Kräftigungs- und Koordinationsübungen kann hier Abhilfe geschaffen werden.

Wort-Training nach Schlaganfall beim Sprachtherapeuten

Ein falsches Schluckmuster bei Kindern und Jugendlichen hingegen kann zu Fehlstellungen der Zähne führen, weil die Zunge bei jedem Schluckakt gegen die oberen Schneidezähne drückt. Dies kann dazu führen, dass das Kind eine Zahnspange braucht. Wenn dann die Zahnspange nicht von logopädischen Übungen begleitet wird, könnten sich die Zähne nach der Zahnstellungskorrektur wieder verschieben.